Minimal-invasive Bandscheiben-OP | Vorbereitungen, Verfahren & Risiken

Minimal-invasive Bandscheiben-OP

Die minimal-invasive Bandscheiben-OP ist eine schonende Alternative zur herkömmlichen invasiven Operation bei einem Bandscheibenvorfall. Zur Auswahl stehen dabei drei verschiedene Verfahren einer minimal-invasiven Bandscheiben-OP: die minimal-invasive mikrochirurgische Bandscheiben-OP, die minimal-invasive perkutane Bandscheiben-OP und die minimal-invasive endoskopische Bandscheiben-OP. Eine minimal-invasive Bandscheiben-OP sollte von einem erfahrenen Chirurgen mit langjähriger Berufspraxis durchgeführt werden.

Bandscheiben-OP bei Rückenschmerzen und Bandscheibenvorfall

Rückenschmerzen sind seit einigen Jahren eine Volkskrankheit in Deutschland. Es sind die Beschwerden, die von den Bundesbürgern am häufigsten angegeben werden. Momentan geht man davon aus, dass rund siebzig Prozent der Deutschen unter Rückenschmerzen leiden. Der Bandscheibenvorfall ist dafür ein häufiger Grund.

In der heutigen Zeit sitzt ein Großteil der arbeitenden Bevölkerung im Büro vor dem Computer. Dabei kommt es zu einer Fehlhaltungen des Rückens und einer gleichzeitigen Überlastung der Bandscheiben. Die natürlichen Stoßdämpfer innerhalb der Wirbelsäule werden zusammen gepresst und sprengen im Extremfall ihre eigene Hülle. Ein Bandscheibenprolaps liegt vor.

Mangelnde Bewegung und fehlender Sport als Freizeitausgleich schwächt die Rückenmuskulatur zusätzlich. Sie kann den Druck, der auf der Wirbelsäule und den Bandscheiben lastet nicht mehr abfangen. Es kommt zu einer Überbelastung der Bandscheiben und zu einem Bandscheibenvorfall. Wenn dieser nicht durch konventionelle Therapien behandelt werden kann, bleibt nur noch die Bandscheiben-OP als letzte Lösung.

Invasive oder minimal-invasive Bandscheiben-OP

Heute hat der Patient die Möglichkeit zwischen verschiedenen OP-Verfahren einer Bandscheiben-OP zu wählen. Dabei kann er sich selbst vorab umfassend informieren, um anschließend mit dem behandelnden Arzt eine Entscheidung für die richtige Bandscheiben-Operation zu treffen. Der medizinische Fortschritt hat dabei zugunsten des Patienten gearbeitet. Denn immer mehr minimal-invasive Verfahren für Bandscheiben-OPs wurden entwickelt und können bei fast jedem Bandscheibenvorfall helfen. Eine seltene Ausnahme ist der sogenannte dorsale Bandscheibenvorfall.

Wann die minimal-invasiven Bandscheiben-OPs angewendet werden können und welches Verfahren der Chirurg benutzt, hängt individuell von jedem einzelnen Bandscheibenvorfall und Patienten ab. Natürlich gibt es auch heute noch Kliniken und Ärzte, die einen Bandscheibenvorfall nicht minimal-invasiv, sondern herkömmlich operieren. Dabei wird unter Vollnarkose die betroffene Bandscheibe entfernt und je nach Diagnose eine künstliche eingesetzt oder die Wirbelsäule versteift. Natürlich ist diese Vorgehensweise in manchen Fällen angebracht. Doch oft ist es für den Patienten ratsam, die minimal-invasiven OP-Verfahren zu vergleichen und die richtige Klinik mit den richtigen Ärzten für sich zu finden.

Qualifikationen und Voraussetzungen für eine minimal-invasive Bandscheiben-OP

Nicht jede Klinik kann ein minimal-invasives Verfahren einer Bandscheiben-OP anbieten. Diese Technik kann nur von einem erfahrenen Chirurgen angewendet und sicher durchgeführt werden. Dem gehen eine langjährige Berufspraxis und eine lange Lernkurve der minimal-invasiven Operationen voraus. Bevor ein Chirurg diese anspruchsvollen Techniken der minimal-invasiven Chirurgie anwenden kann, muss er also nicht nur sein Medizinstudium und die mehrjährige Facharztausbildung zum Chirurgen absolviert haben, sondern auch noch zahlreiche Fortbildungen besuchen, um minimal-invasiv operieren zu können, beispielsweise bei einem Bandscheibenvorfall. Selbstverständlich können langjährige Praxiserfahrung und die minimal-invasiven Operationen durch keinen Lehrgang ersetzt werden.

Gleichzeitig muss auch die Klinik, in der die minimal-invasive Bandscheiben-OP durchgeführt wird, über ein spezielles technisches Equipment verfügen. Sie benötigt zum Beispiel einen Operationssaal, der mit einem röntgendurchlässigen Tisch ausgestattet ist. Nur so, kann der Sitz der Operationswerkzeuge während der minimal-invasiven Bandscheiben-OP kontrolliert werden.

Außerdem muss das OP-Personal für minimal-invasive Eingriffe speziell ausgebildet sein. Die Arbeitsweise des OP-Teams unterscheidet sich bei minimal-invasiven Bandscheiben-OPs von der herkömmlicher invasiver Verfahren. Natürlich werden auch andere, viel feinere Instrumente für eine minimal-invasive Bandscheiben-OP benötigt. So eine minimal-invasive Bandscheiben-OP kostet mehr. Sowohl für den Patienten, als auch die Klinik. Die minimal-invasiven Operationen sind zeitaufwendiger. Erfahrene und sehr gut ausgebildete Chirurgen sind unabdingbar und die Ausstattung des Operationssaals teuer. Neben hochauflösenden CTs, werden moderne Endoskope benötigt und es werden Instrumente zum einmaligen Gebrauch eingesetzt.

Die Vorbereitung auf eine minimal-invasive Bandscheiben-OP

Obwohl ein Vorteil der minimal-invasiven OPs sein kann, dass sie unter einer örtlichen Betäubung stattfinden können, müssen auch manche minimal-invasiven Bandscheiben-OPs unter Vollnarkose durchgeführt werden. Dann gilt auch für die weniger invasiven Bandscheiben-OPs das gleiche, wie für alle anderen Operationen, die unter Vollnarkose stattfinden müssen. Vor der Anästhesie sind einige Vorbereitungen zu treffen. Sowohl Ärzte, als auch die Pflegekräfte und der Patient selbst müssen einige Punkte berücksichtigen, wobei der Patient vor seiner minimal-invasiven Wirbelsäulen-OP vom Pflegepersonal auf die zu beachtenden Punkte hingewiesen und erinnert wird.

Um eine gute und lückenlose Vorbereitung zu gewährleisten, wird der Patient spätestens am Tag vor der Operation stationär, also im Krankenhaus, aufgenommen. Hier kümmert sich das Pflegepersonal darum, dass alle Anordnungen von dem Patienten befolgt werden. Dazu gehört zum Beispiel, dass er am Tag der minimal-invasiven Wirbelsäulen-OP nüchtern sein soll. Außerdem bekommt der Patient gleich die entsprechende Kleidung für die minimal-invasive Bandscheiben-OP bereit gestellt. Dazu gehören je nach Operationsstelle Thrombosestrümpfe, die eine mögliche Thrombose verhindern sowie ein Kittel, der auf dem Weg zum OP viel verdeckt, aber nach der Anästhesie einfach durch das OP-Personal ausgezogen werden kann. Zusätzlich sollte der Patient vor und während seiner minimal-invasiven Bandscheiben-OP eine Haube tragen. Diese garantiert höchstmögliche Reinlichkeit, weil alle Haare verdeckt und zusammen gehalten werden.

Meistens werden die weiblichen Patienten darauf hingewiesen, keinen Nagellack zu tragen. Besonders farbiger und dunkler Lack kann die Messwerte des Pulsoxymeters im OP-Saal stören. Dieses kann die Absorption des Lichtes messen und bestimmt anschließend den Sauerstoffgehalt. Eine Rasur von störenden Haaren aus hygienischen Gründen wird im Fall einer minimal-invasiven Bandscheiben-OP nicht notwendig sein.

Die Voruntersuchungen vor einer minimal-invasiven Bandscheiben-OP

Die notwendigen Voruntersuchungen werden meist im Krankenhaus vorgenommen. Dazu gehört eine Blutentnahme für aktuelle Blutwerte, ein aktuelles Röntgenbild oder eine Untersuchung der Magnetresonanztomographie. Bei vielen Patienten wird zusätzlich ein EKG benötigt, damit die Herzkreislauffunktionen richtig eingeschätzt werden können und mögliche Risiken ausgeschlossen.

Ein Vorgespräch mit dem Narkosearzt am Tag vor der minimal-invasiven Bandscheiben-OP klärt den Patienten über mögliche Risiken auf. Zusätzlich wird der Arzt über Medikamente informiert, die der Patient einnimmt und nach Ermessen des Anästhesisten unter Umständen absetzen muss. Bei älteren Patienten spielen in erster Linie Blutverdünner eine entscheidende Rolle. Diese können auch während einer Operation an der Wirbelsäule zu großen Komplikationen führen.

Doch dieses ausführliche Vorgehensweise wir bei einer minimal-invasiven Bandscheiben-OP mit einer örtlichen Betäubung überflüssig. Diese Technik ist nicht nur besser für das Herz-Kreislauf-System und das zu operierende Gewebe, sondern ermöglicht gleichzeitig einen ambulanten Eingriff. Das bedeutet, dass der Patient nicht stationär aufgenommen werden und im Krankenhaus bleiben muss.

Die Beobachtung nach einer minimal-invasiven Bandscheiben-OP unter Lokalanästhesie findet wenige Stunden in der Praxis des behandelnden Arztes statt. Im Anschluss kann der Patient nach Hause gehen. Die Anweisungen, die er bezüglich der ambulanten, minimal-invasiven Bandscheiben-Operation berücksichtigen muss, gibt der Arzt ihm mit auf den Weg.

 

Verschiedene Methoden einer minimal-invasive Bandscheiben-OP

Mittlerweile konnten durch den Fortschritt der Medizintechnik einige Verfahren für minimal-invasive Operationen entwickelt werden. Auch die Technik der Kameras hat sich enorm entwickelt und ist besser geworden. Der Chirurg bekommt mit sehr guten und modernsten Geräten fast ein HD-Bild des zu operierenden Gebietes.

Die minimal-invasiven Bandscheiben-OPs sind sehr schonend für das Herz-Kreislauf-System und das zu operierende Gewebe. Bei der minimal-invasiven OP-Technik werden nur kleine Schnitte benötigt, um die Operationsbestecke einführen zu können. Folglich hinterlassen sie nur kleine Einschnitte, die besser verheilen und deutlich weniger auffallen.

Diese Eigenschaften haben alle minimal-invasiven Operationen gemeinsam, auch die der minimal-invasiven Bandscheiben-OP. Trotzdem gibt es auch im Bereich der minimal-invasiven Eingriffe schon unterschiedliche Verfahren: Die minimal-invasive mikrochirurgische Bandscheiben-OP, die minimal-invasive perkutane Bandscheiben-OP und das minimal-invasive endoskopische Verfahren.

Die minimal-invasiven Bandscheiben-OPs

  • Die minimal-invasive mikrochirurgische Bandscheiben-OP

Der Begriff der Mikrochirurgie wurde in der Hand-, Mund- und Kieferchirurgie geprägt. Mittlerweile wird sie in erster Linie in der plastischen und ästhetischen Chirurgie eingesetzt, wo besonders feine und kleine Strukturen operiert werden müssen und der Chirurg sehr filigrane Instrumente und feines Nahtmaterial verwendet.

Der Begriff der Mikrochirurgie bezieht sich darauf, dass der Operateur mit einem optischen Hilfsmittel arbeitet. Es schafft eine starke Vergrößerung und der Chirurg kann das zu operierende Gebiet und die feinen Instrumentarien deutlich besser sehen und mit ihnen arbeiten.

  • Die minimal-invasive perkutane Bandscheiben-OP

Perkutan bedeutet übersetzt nichts anderes als durch die Haut. Damit könnte zwar jeder Eingriff gemeint sein, doch die minimal-invasiven perkutanen Bandscheiben-OPs beschreiben eine ganz bestimmte Technik. Bei der minimal-invasiven Technik wird ohne Eröffnung des Rückens mit Hilfe einer sogenannten Punktionskanüle gearbeitet. Zu Beginn des Eingriffs wird die Punktionskanüle durch die Haut, also perkutan, an das zu operierende Gebiet positioniert. Dieses Röhrchen sitzt stabil vor dem Bandscheibenvorfall, der behandelt werden soll.

Alle benötigten Instrumente können dadurch eingeführt werden. Es besteht nicht die Gefahr, dass während der minimal-invasiven Bandscheiben-OP umliegende Strukturen verletzt werden. Diese werden durch die Punktionskanüle geschützt. Gleichzeitig hält sie das OP-Besteck an der Stelle, an der es sich befinden muss. So wird sichergestellt, dass nur die Strukturen entfernt werden, die Probleme verursachen und keine anderen Strukturen verletzt werden. Durch diesen Gang wird das gelöste Gewebe auch entfernt. Der richtige Sitz der Punktionskanüle wird während der minimal-invasiven Bandscheiben-OP mit Hilfe eines Röntgengerätes kontrolliert. Das abschließende Röntgenbild zeigt auch, ob der Eingriff erfolgreich war.

Eine minimal-invasive perkutane Bandscheiben OP kann unter örtlicher Betäubung stattfinden. Mit diesem Eingriff kann ein Bandscheibenvorfall an der Halswirbelsäule behandelt werden. Auch an der Lendenwirbelsäule ist eine minimal-invasive perkutane Bandscheiben-OP möglich.

In einem neuartigen Verfahren der minimal-invasiven perkutanen Bandscheiben-OP kann zusätzlich ein Laser eingesetzt werden, der über das Endoskop durch den geschaffenen Gang eingeführt wird. Er kann überflüssiges Band- oder Knochenmaterial zerstören, dass eine Bandscheibe einklemmt und dadurch Schmerzen verursacht.

Das Endoskop ermöglicht die Sicht auf das zu operierende Gebiet, doch die Röntgenkontrolle während des minimal-invasiven perkutanen Eingriffs ist unabdingbar. Durch sie wird der richtige Sitz der Punktionskanüle sichergestellt, bevor das Endoskop und weitere Instrumente eingeführt werden. Zusätzlich zeigt das Röntgenbild abschließend das Gelingen oder den Misserfolg der minimal-invasiven perkutanen Bandscheiben-OP. Tatsächlich ist die Röntgenstrahlung während des Eingriffs einer der wenigen Nachteile dieser Methode, einen Bandscheibenvorfall minimal-invasiv zu behandeln.

  • Die minimal-invasive endoskopische Bandscheiben-OP

Das endoskopische-Verfahren ist derzeit das beste und schonendste Verfahren, um einen Bandscheibenvorfall minimal-invasiv zu behandeln. Dabei wird der Zugang des Endoskops über das seitliche Foramen genutzt, eine Öffnung, die sowieso natürlicherweise in der Wirbelsäule vorkommt. Meist muss sie mit Hilfe von speziellen Fräsern und Bohrern vorsichtig erweitert werden. Dadurch kann der Zugang zu jedem Bandscheibenvorfall ermöglicht werden.

Durch den Einsatz der speziellen Fräser können selbst Bandscheibenvorfälle erreicht werden, die sonst durch zu enge Öffnungen oder extreme Winkel nicht erreicht werden konnten. Die erweiterte Fensterung ermöglicht das Platzieren des Führungsröhrchens für das Endoskop.

Die modernen Endoskope haben einen geringeren Durchmesser als die älteren. Gleichzeitig sind sie höher auflösend und zeigen ein besseres Bild. Die Arbeitskanäle für andere Instrumente sind integriert. Die minimal-invasive endoskopische Bandscheiben-OP kann mit allen Instrumenten über nur einen Arbeitskanal durchgeführt werden. Der seitliche Zugang zur Bandscheibe während der minimal-invasiven endoskopischen Bandscheiben-OP hat den großen Vorteil, dass keine wichtigen Bandstrukturen verletzt werden. Es müssen keine Nervenbahnen mobilisiert und zur Seite gehalten werden, um den Bandscheibenprolaps zu erreichen.

Daraus ergibt sich ein sehr schonender Eingriff, der ambulant und mit örtlicher Betäubung ablaufen kann. Er erfordert nur einen kleinen Einschnitt. Die gesamte minimal-invasive endoskopische Bandscheiben-OP läuft innerhalb des Durchmessers des platzierten Arbeitsröhrchens ab. Alle benötigten Instrumente werden hierüber eingeführt und die vorgefallene Bandscheibe entfernt.

Dadurch kann kein umliegendes Gewebe verletzt werden und am Ende ist nur die Naht an einem kleinen Hautschnitt zu sehen. Die minimal-invasive endoskopische Bandscheiben-OP ist eine anspruchsvolle Technik, die modernste Instrumente und ein erfahrenes OP-Team erfordert. Insbesondere der Arzt muss viel Erfahrung auf dem Gebiet der minimal-invasiven Wirbelsäulenchirurgie mitbringen.

Welche Komplikationen und Risiken birgt die minimal-invasive Bandscheiben-OP?

Die Diskussion, ob Bandscheiben-OPs wirklich notwendig sind, oder nicht, ist allgegenwärtig. Dennoch sind die Rückenschmerzen ein Volksleiden in Deutschland und der Bandscheibenvorfall eine häufige Ursache dafür. Das macht eine Bandscheiben-Operation häufig notwendig und eine Entwicklung der OP-Techniken von Bandscheibenvorfällen verständlich und erforderlich. Insbesondere minimal-invasive Operationsverfahren bieten eine gute Möglichkeit, um vielen Menschen eine Linderung ihrer Rückenschmerzen zu verschaffen.

Trotzdem bleibt die Frage bestehen, ob eine Bandscheiben-OP wirklich hilft oder vielleicht noch mehr Schmerzen verursacht, als sie lindert. Doch diese Problematik bezieht sich häufig auf Beschwerden, die nach einer invasiven OP auftreten können, wenn viel umliegendes Gewebe verletzt wurde oder wenn die Statik der Wirbelsäule während des Eingriffs verändert wurde.

Bei den neuen minimal-invasiven Bandscheiben OPs besteht dieses Risiko nicht. Die Technik der minimal-invasiven endoskopischen Bandscheiben-OP bringt nicht unbedingt das Risiko einer Vollnarkose mit sich. Hier kann unter örtlicher Betäubung operiert werden. Damit fallen das Einwirken auf das Herz-Kreislauf-System, mögliche Nervenschädigungen oder eine Thrombose weg. Das Risiko, dass die Narbe schlecht verheilt oder Wucherungen und Verdickungen bildet, ist außerdem gering. Denn der Hautschnitt ist klein und während der minimal-invasiven endoskopischen Bandscheiben-OP nur geringen mechanischen Belastungen ausgesetzt.

Auch das Endoskop wird durch den technischen Fortschritt immer dünner. Folglich kann der Hautschnitt im Anschluss an den Eingriff gut verheilen. Die minimal-invasive endoskopische Bandscheiben-Operation bietet mehr Vorteile als offensichtliche Nachteile. Studien, die diese Ergebnisse belegen, müssen noch folgen.

 

Heilungschancen nach einer minimal-invasiven Bandscheiben-OP

Die minimal-invasive Bandscheiben-OP gilt derzeit als bestes und sicherstes Verfahren, um einen Bandscheibenvorfall zu operieren. Dabei weist es die wenigsten Nebenwirkungen für den Patienten auf. Das Endoskop wird durch eine natürlich vorkommende Öffnung der Wirbelsäule in das zu operierende Gebiet eingebracht. Gleichzeitig verfügt das Endoskop über Arbeitskanäle, durch die das Operationsbesteckt geführt wird.

Da die minimal-invasive endoskopische Bandscheiben-OP nur die natürliche Eintrittsöffnung nutzt (das Foramen intervertebrale), bleiben alle Strukturen mit statischer Funktion erhalten. Zusätzlich wird das umliegende Gewebe nur in sehr geringem Maße verletzt, also traumatisiert. Es treten weniger Blutungen und Nervenschädigungen auf. Es entstehen kaum Infektionen. Die Genesung tritt nach einer minimal-invasiven endoskopischen Bandscheiben-OP deutlich schneller ein, als bei herkömmlichen Operationsverfahren. Oft ist der Patient direkt im Anschluss beschwerdefrei und leidet nur unter leichten Schmerzen, die durch den Eingriff verursacht worden.

Die Rückenschmerzen, die der Bandscheibenvorfall verursacht hat, können oft direkt durch die minimal-invasive endoskopische Bandscheiben-OP behoben werden. Zusätzlich bietet die minimal-invasive endoskopische Bandscheiben-OP den Vorteil, dass es aufgrund der schonenden OP-Technik zu einer raschen Wundheilung kommt. Der kurze Hautschnitt verheilt schnell und hinterlässt nur eine kleine und unauffällige Narbe. Verwachsungen, Verdickungen oder Probleme an der Narbe einer minimal-invasiven endoskopischen Bandscheiben-OP sind nur in ganz seltenen Fällen und nur im Rahmen einer allgemeinen Wundheilungsstörung des Patienten zu erwarten.

Zusätzlich muss die Rückenmuskulatur während einer minimal-invasiven endoskopischen Bandscheiben-OP nicht verletzt werden. Die Muskeln werden geschont und der Patient ist im Anschluss an eine minimal-invasive endoskopische Bandscheiben-OP deutlich schneller wieder mobil. Er kann früher ins Berufsleben zurückkehren und seinen gewohnten Freizeitaktivitäten nachgehen.

Quellen:

  • Minimal invasive Wirbelsäulen-Intervention, Jerosch/Steinleitner, Deutscher Ärzte-Verlag, 1. Auflage, 2005
  • Checkliste Orthopädie, Imhoff/Linke/Baumgartner, Thieme, 1. Auflage, 2006
  • Die mikrochirurgische vs endoskopische Behandlung des lumbalen Bandscheibenvorfalls/ Orthopädie im Profil, 02/2010
  • PROMETHEUS LernAtlas der Anatomie: Allgemeine Anatomie und Bewegungssystem, 3. Auflage, Georg Thieme Verlag, 2011
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