Behandlung der Wirbelsäule | Methoden der Wirbelsäulentherapie

Behandlung der Wirbelsäule

Die Wirbelsäule ist ein komplexes Gebilde, das vielfältige Aufgaben übernimmt: Die aufrechte Haltung und Stabilität des Körpers ist dabei nur ein Aspekt. Die Wirbelsäule muss auch beweglich sein, um auf unterschiedliche Anforderungen reagieren zu können. Außerdem schützt sie das empfindliche Rückenmark, das vor allem zur Reizweiterleitung an das Gehirn zuständig ist.

Möglich ist dies alles durch ein kompliziertes Zusammenspiel verschiedener Strukturen. Die richtige Wirbelsäulenbehandlung – sowohl vorbeugend als auch konkret therapeutisch – ist daher von großer Wichtigkeit.

Rückenbehandlung
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Die richtige Wirbelsäulenbehandlung

Die Wirbelsäule besteht nicht nur, wie man häufig annimmt, aus zusammengesetzten Wirbelknochen. Auch Bänder, Bandscheiben und Knorpel gehören dazu. Sie unterstützen die Wirbelsäule durch eine geschmeidigere Lagerung und das Abfangen von Belastungen.

Durch spezielle Wirbelsäulenbehandlungen kann Verletzungen, Veränderungen und Krankheiten der Wirbelsäule vorgebeugt werden. Gleichzeitig kann die Wirbelsäulentherapie bereits bestehenden Beschwerden Linderung verschaffen. Da die unterschiedlichen Behandlungsmethoden gezielt auf die verschiedenen Strukturen der Wirbelsäule einwirken, ist es wichtig, die richtige Wirbensäulenbehandlung für die persönliche Situation zu finden.

Details der Wirbelsäule
Details der Wirbelsäule © Alexandr Mitiuc / Fotolia

Muskelaufbau unterstützt die Wirbelsäulentherapie

Wir können uns strecken und beugen – nach vorne, nach hinten oder zur Seite. Auch eine Rotation erlaubt die Wirbelsäule. Gleichzeitig ermöglicht ihre spezielle Form den aufrechten Gang und das Abfedern des Kopfes bei jedem Schritt. Die Bandscheiben verhindern dabei das Aufeinanderscheuern der Wirbelkörper und fungieren als eine Art Stoßdämpfer.

Möglich werden die vielfältigen Bewegungen der Wirbelsäule aber erst durch die Muskeln, die an und um die Wirbelsäule angelegt sind. Besonders die kleinen tiefliegenden Muskeln zwischen den Wirbelkörpern stabilisieren die Wirbelsäule und können in gezielten und angeleiteten Rückenübungen gekräftigt werden. Diese Form der Wirbelsäulenbehandlung umfasst beispielsweise die Physiotherapie, die Krankengymnastik und die Rückenschule. Eine gekräftigte Rückenmuskulatur stärkt den Rücken und hält ihn in seinen Bewegungen flexibel. Zusätzlich werden die Bandscheiben entlastet und die Knochen vor Verletzungen geschützt.

Wirbelsäulenbehandlung in der heutigen Zeit

Besonders in der heutigen Zeit leiden immer mehr Menschen unter Rückenschmerzen. In erster Linie sind diejenigen betroffen, die einen sitzenden Beruf ausüben und gleichzeitig die mangelnde Bewegung nicht in der Freizeit ausgleichen. Die Fehlhaltung im Büro in Kombination mit einer schwachen Rückenmuskulatur führt zu Rückenschmerzen.

Dabei gibt es viele verschiedene Möglichkeiten, den Rückenschmerzen entgegenzuwirken und ihnen vorzubeugen. Gleichzeitig informieren sich die Menschen heute sehr viel gezielter und genau über die Therapiemöglichkeiten, die ihnen für eine gute Wirbelsäulenbehandlung zur Verfügung stehen. Denn auch krankhaft bedingte Rückenschmerzen können heute gezielter werden, als noch vor einigen Jahren. Die Wirbelsäulentherapie wird nicht nur von Physiotherapeuten angeboten, sondern auch in speziellen Kursen in vielen Fitnessstudios.

Gleichzeitig ermöglichen die modernen bildgebenden Verfahren der Medizin eine sehr genaue Diagnose. Dadurch kann man die Ursache der Rückenschmerzen schnell finden und eine entsprechende Therapie einleiten. Wenn beispielsweise ein Bandscheibenvorfall operiert werden muss, bieten moderne OP-Techniken sehr gute Heilungschancen.

Physiotherapeutin mit Patientin an Lendenwirbelsäule
© RioPatuca Images / Fotolia

Verschiedene Methoden der Wirbelsäulenbehandlung

Die Methode der ausgewählten Wirbelsäulentherapie hängt von der Ursache der Rückenschmerzen ab. In manchen Fällen ist eine Operation notwendig, zum Beispiel bei einem Bandscheibenvorfall oder einer Spinalkanalstenose. Doch auch die Nachbehandlung einer OP sollte mit einer gezielten Wirbelsäulenbehandlung unterstützt werden. Sie fördert einen schnellen Heilungsprozess und baut die Muskulatur wieder auf.

Eine gekräftigte Muskulatur ist bei fast allen Methoden der Wirbelsäulentherapie das Ziel. Denn sie schützt vor Verletzungen und schont die Bandscheiben vor einer erhöhten Belastung. Gezielte Übungen für die Rückenmuskulatur und Muskeln an der Wirbelsäule werden in verschiedenen Wirbelsäulentherapien angeboten. Dazu gehören zum Beispiel

  • Physiotherapie
  • Krankengymnastik
  • Rückenschule
  • Wirbelsäulengymnastik
  • Kurse im Fitnessstudio

Da sie unter den Begriff Prävention fallen, also Krankheiten vorbeugen können, übernehmen viele Krankenkassen teilweise die Kosten für einen Präventionskurs.

Doch auch reine Rückenschmerzen können mit verschiedenen Methoden der Wirbelsäulentherapie gelindert werden. Dazu gehört die Einnahme von leichten Schmerzmitteln, den sogenannten Analgetika, die rezeptfrei in der Apotheke zu bekommen sind. Darunter fällt beispielsweise Aspirin oder Ibuprofen. Sie sind schmerzlindernd und entzündungshemmend. Starke Medikamente, die entzündungshemmend wirken, wie beispielsweise Cortison, kann der behandelnde Arzt bei sehr starken Beschwerden direkt an die betroffene Stelle der Wirbelsäule spritzen.

Die sogenannte konservative Therapie mit leichten Schmerzmitteln wird durch

  • Massagen,
  • Wärmebehandlungen oder
  • chiropraktische Anwendungen

unterstützt. Physikalische Therapie oder Reizstrom zählt auch dazu und wird zur Schmerzlinderungen in der Wirbelsäulentherapie eingesetzt. Auch Akkupunktur oder TCM (Traditionelle Chinesische Medizin) kann Rückenschmerzen lindern.

Eine Operation zur Wirbelsäulenbehandlung

Die häufigsten Operationen an der Wirbelsäule beheben einen Bandscheibenvorfall oder die Spinalkanalstenose, also eine Verengung des Wirbelkanals. Beide Beschwerden entstehen häufig durch äußere Umstände, wie Fehlhaltungen oder geschwächte Muskulatur.

Auch hier gibt es unterschiedliche Methoden. Während es vor einigen Jahren üblich und nötig war, einen großen Hautschnitt auf Höhe der betroffenen Bandscheibe zu setzen, um an den Bandscheibenvorfall zu gelangen, hat sich die Medizintechnik deutlich weiter entwickelt und neue Verfahren auf den Weg gebracht. Immer häufiger setzen Spezialisten minimal-invasive Methoden ein, um den Patienten zu schonen und ihn schneller wieder zu mobilisieren. Der Chirurg setzt einen kleinen Hautschnitt und gelangt beispielsweise mit einem Endoskop an die betroffene Stelle. Durch die Kamera kann er das Operationsfeld einsehen. Alle Instrumente, die er benötigt, werden durch Arbeitskanäle im Endoskop eingeführt.

Die Behandlung der Wirbelsäule durch eine OP kann die Ursache der Rückenschmerzen beheben. Trotzdem sollten auch nach einer Operation zur Behandlung der Wirbelsäule Maßnahmen zum Muskelaufbau ergriffen werden. Physiotherapie, Rückenschule oder ein spezieller Kurs im Fitnessstudio. Eine Kombination aus zwei Methoden zur Wirbelsäulenbehandlung, Operation und Muskelaufbau, bietet gute Aussichten auf Besserung und Heilung der Wirbelsäulenproblematik.

Rückenuntersuchung
© Giovanni Burlini / Fotolia

Komplikationen und Risiken

Jeder chirurgische Eingriff birgt Risiken, so können unvorhersehbare Probleme auftreten und es besteht immer ein Infektionsrisiko für den Patienten. Auch die Wundheilung kann zu Beschwerden führen und die Lebensqualität des Patienten beeinträchtigen. Die möglichen Risiken im individuellen Fall sollte der Patient im Vorfeld stets genauestens mit dem Arzt abklären. Da in der Wirbelsäule das empfindliche Rückenmark verläuft, müssen die Spezialisten die Notwendigkeit einer Operation gründlich abwägen – Verletzungen am Rückenmark können schwere, irreversible Schäden verursachen. Daher sollte die chirurgische Behandlung eines Wirbelsäulenleidens erst der letzte Schritt sein, wenn konventionelle Maßnahmen nicht zum Erfolg führen.

Professionell durchgeführte konventionelle Methoden wie Massagen, Wärmebehandlungen, physikalische Therapien und Akkupunktur bergen keine Risiken für den Patienten. Sie können dabei helfen, Spannungen zu lösen und Schmerzen zu lindern. Auch die Symptome eines Bandscheibenvorfalls oder einer Spinalkanalstenose können sich mithilfe einer geeigneten konventionellen Therapie über einen längeren Zeitraum zurückbilden. In schwereren Fällen kann jedoch nur eine Operation dauerhaft Abhilfe schaffen.

Heilungschancen durch die Wirbelsäulenbehandlung

Wie erfolgreich eine Wirbelsäulenbehandlung ist, hängt vom Einzelfall ab. Während manche Rückenleiden problemlos mit konservativen Methoden oder auch schon mit ein wenig mehr Bewegung gelindert werden können, bedarf es bei komplexeren Erkrankungen einer Operation. Manche Erkrankungen, wie etwa Morbus Bechterew, sind leider auch nicht heilbar. Hier kann eine Wirbelsäulenbehandlung bestenfalls Linderung verschaffen.

Grundsätzlich lässt sich sagen: Kann ein Leiden operativ und konventionell behandelt werden, benötigen konventionelle Verfahren deutlich mehr Zeit. Dafür sind sie nicht mit Risiken verbunden.

 

Fazit zum Thema Behandlung der Wirbelsäule

Je nach diagnostizierter Erkrankung empfiehlt der Arzt eine Wirbelsäulenbehandlung. Oft ist es sinnvoll, zunächst konventionelle Verfahren eine Chance zu geben, manchmal rät der Arzt jedoch gleich zu einer Operation.

Erfolge stellen sich bei konventionellen Wirbelsäulenbehandlungen nicht direkt nach der ersten Behandlung ein. Oft verschlimmern sie sich sogar, weil die schwache Muskulatur es nicht gewöhnt ist, auf irgendeine Art beansprucht zu werden. Doch nach einigen Behandlungssitzungen lassen Probleme, wie zum Beispiel Muskelkater, nach und eine Besserung der Beschwerden stellt sich ein.

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